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Abschrift der Passauer Neue Presse vom 03.11.1993

Kanarien und Exoten brauchen Sauberkeit
Vogelzuchtverein stellte seine besten Züchtungen den Preisrichtern - VieleBesucher

Preisrichter Herbert Schulz (von links) kürte einen"Grau-Grün-Wellensittich" zum besten Vogel; mit im Bild Züchter HorstDüvelmeyer und Vorstand Karl Binder. (foto: Duschl)

Waldkirchen (fd). Kanarienvögel, Wellensittiche,Großsittiche, Exoten präsentierten sich in der TSV-Turnhalle sowohl denPreisrichtern wie der Öffentlichkeit.

Die zentrumsnahe Sporthalle bot dem Vogelzucht- und -schutzverein"Waldkirchen und Umgebung" geeignete Räume zur Austragung derVereinsmeisterschaft. Käfig an Käfig reihte sich in der Halle, und injedem Ausstellungskasten zwitscherte, trillerte oder turnte einbuntgefiederter Kandidat für den Titel des "besten Vogels der Schau". ZehnKanarienvögelzüchter stellten insgesamt 114 ihrer besten Zuchterfolge aus;sechs Wellensittichfreunde waren mit 39 Vögeln vertreten. Dazu kamen 37Cardueliden (einheimische Waldvögel) von vier Besitzern, 14 Mischlinge(drei Besitzer), elf Exoten (zwei) und acht Großsittiche (drei). Obendreintummelten sich in Großvolieren weitere Vogelarten.

Einen ganzen Vormittag lang waren die beiden Preisrichter - Herbert Schulzaus München, zuständig für Wellensittiche, Großsittiche und Exoten, sowieManfred Gamperl aus Pfaffenhofen, Fachmann für die Beurteilung vonKanarienvögeln - mit der Bewertung der einzelnen Vögel beschäftigt.Zusätzlich war mit Franz Lechner aus Siegenburg ein "Scholar", einLehrschüler, anwesend, der von Manfred Gamperl in die Kunst derVogelbewertung eingewiesen wurde.

Preisrichter Herbert Schulz beschrieb gegenüber der PNP, worauf es bei derVogelzucht im wesentlichen ankommt: "Entscheidend für den Erfolg sindmeiner Erfahrung nach vor allem die Wohnverhältnisse des Vogels. Dazugehören angemessene Räumlichkeiten, in denen die Tiere möglichstartgerecht gehalten werden: "Wichtig sind gute Fütterung, die richtigeRaumtemperatur und Sauberkeit im Käfig." Dadurch würden, so die Ansichtdes Fachmannes, Gefiederqualität, Perlung und Kondition des Vogelsbeeinflußt.

Nach Abschluß der Bewertung stellte Herbert Schulz fest: "Ich denke, dasetliche der hier vorgestellten Vögel auch bei der Landes- wie bei derBundesschau gut mithalten können." Besonders freute es den Preisrichter,daß gerade der Waldkirchner Vogelzuchtverein viel Wert auf die Beringungder Vögel legt. Der geschlossene Ring, der einem Jungvogel angelegt wird,verleiht ihm nämlich eine unverwechselbare Identität. So ist seineAbstammung eindeutig nachzuweisen.

Den Besuchern, die sich vor allem am zweiten Ausstellungstag, dem"Mantelsonntag", recht zahlreich einfanden, zeigten farbige Rosetten anden Käfigen, welche Vögel prämiert worden waren (und deren Besitzer denTitel "Vereinsmeister" tragen dürfen):

Positurkanarien/ViererKollektion: 1. "Gloster-Corona", 364 Punkte (JosefWindorfer); 2. "Norwich schwarz-rot", 362 (Josef Kagerbauer); 2. "Gloster-Consort",362 (Anton Stadlbauer). Zweier-Kollektion: "Fife", 179 (Karl Binder).

Farbkanarien/Vierer-Kollektion: 1. "Rot intensiv", 359 Punkte (JohannKurz); 1. Rot B" 359 (Hermann Mayer); 2. "Schwarz-rot intensiv", 354(Johann Meisl); "Gelb intensiv", 355 (Hermann Mayer). Zweier-Kollektion: "lsabell-rot",179 (Hermann Mayer).

Mischlinge/Viererkollektion: "Mozambique Girlitz x Kanari", 362 (SiegfriedPrager). Zweier-Kollektion: "Girlitz x Kanari", 169 (Johann Meisl).

Cardueliden/Vierer-Kollektion: "Stieglitz", 355 (Egon Segl).Zweier-Kollektion: "Buchfink", 184 (Johann Meisl). Einer der beiden Vögelaus dieser Kollektion wurde auch zum "besten Vogel der Schau" gekürt (92Wertungspunkte).

Unbestrittener Züchter Sieger bei den Wellensittichen wurde Wolfgang Fredl.Er stellte sowohl bei den Jung- wie bei den Altvögeln den jeweils besten:Sein "Grau-grün"- Sittich wurde "bester Vogel der Schau" bei denKrummschnäblern, und auch das "beste Gegengeschlecht", ein "Zimt-opalinhellgrün" - Weibchen, gehört ihm, Weitere Gruppensieger stellten Klaus Eiter, HansHäcker, Hermann Niedermeier und Otto Graf. Eine Papagei-Amadine von JohannKurz bekam das Prädikat "Bester Vogel der Schau" bei den Exoten. Denzweiten Platz belegte eine Spitzschwanz-Amadine von Otto Graf. WiederumJohann Kurz kann das beste Gegengeschlecht, eine Gould-Amadine, sein eigennennen.

Bei den Großsittichen hatten jeweils Nymphensittiche die Schnabelspitzevorn: Horst Düvelmeyer hat den besten Jungvogel, Fritz Niedermeier denbesten Altvogel.

"Die etwas andere Vogelschau" präsentierte der 2. Vorsitzende desWaldkirchener Vogelvereins, Wolfgang Hänel, auf einer Schautafel. Dorthatte er Briefmarken aus aller Welt mit Vogelmotiven ausgestellt, jedeeinzelne Marke in Zierschrift mit dem Namen des dargestellten Vogels samtlateinischer Bezeichnung beschrieben.

Obwohl er das Briefmarkensammeln mit Vogelmotiven erst seit einem Jahrbetreibt, hat er schon eine ansehnliche Anzahl von kompletten Sätzenbeisammen. Sein Ziel ist es, "damit vor allem auch die jugendlichen aufdiesem Weg für das Hobby der Vogelhaltung zu interessieren".

Ein Teil des Eintrittsgeldes wie auch des Erlöses aus der Tombola wirdnach Auskunft von Vereinschef Karl Binder für den Bau von Nistkästenwährend der Wintermonate verwendet. Interessenten mit einem ausreichendbepflanzten Garten können dann im Frühjahr Nistkästen anbringen lassen.



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