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Abschrift der Passauer Neue Presse vom 03.11.1994

Bester Vogel: Ein Birkenhänfling

Nachgezüchtete Waldvögel bei Vogelfreunden auf dem Vormarsch
Vogelzuchtverein zeigte auch Wellensittiche, Kanarienvögel und Exoten

Von Florian Duschl
Waldkirchen.
Ein neuer Trend machte sich einmal mehr bei der Wertungsausstellung desWaldkirchner Vogelzucht- und -schutzvereins bemerkbar: OrganisierteVogelliebhaber wenden sich verstärkt den Waldvögeln zu. So war es auchnicht überraschend, daß ein Birkenhänfling als "bester Vogel der Schau"die Nase-, sprich den Schnabel vorn hatte. 93 von hundert möglichen Punkten hatte der Sieger zugesprochen bekommen.Wie kommt eine solche Wertung zustande? Preisrichter Manfred Gamperl ausPfaffenhofen an der Ilm erläutert den Wertungsvorgang: "Gerade bei denWaldvögeln achten wir besonders darauf, ob sie arttypische Verhaltenzeigen; dafür gibt's dann eine entsprechend hohe Punktezahl. In unsererdreijährigen, intensiven Ausbildung haben wir uns unter anderem mit derAnatomie und Lebensweise der Vögel, aber auch mit der Vererbungslehrevertraut gemacht. Deshalb richten wir unser Augenmerk beispielsweisedarauf, wie weit das Wertungstier dem Naturvogel in äußerem Aussehen undVerhaltensweisen nahe kommt." Und der Einfluß des Züchters? "Der Züchter kann den Erfolg seiner Vögeldurchaus beeinflussen, etwa durch entsprechende Zuchtauswahl und vor allemauch durch artgerechte Haltung. Deshalb ist es für den ehrgeizigen Züchterunbedingt notwendig, auch in der Natur die Vögel zu beobachten."Vogelvereinsvorstand Karlheinz Binder ergänzt: „Im Rahmen unseresVogelschutzprogrammes verstärken wir derzeit unsere Aktivitäten inRichtung ,nicht-organisierter Vogelhalter'." Man wolle diese Leuteansprechen und dafür gewinnen, sich im Verein das erforderliche Wissenvermitteln zu lassen. Welche Kriterien spielen noch eine Rolle für diePunktevergabe? Gamperl: "Hauptkriterium ist der Typ. Daneben achte ichaber auch auf die Zeichnung und Vollständigkeit des Gefieders, und auchder Gesamteindruck wird extra mit einer Teilwertung berücksichtigt." Zudemsei zu beachten, daß in der DKB-Liste sämtliche in Frage kommendenVogelarten der "Cardueliden-Finken" in 14 Schauklassen eingeteilt sind.Bei einer relativ kleinen Ausstellung wie in Waldkirchen, würdenallerdings sämtliche Klassen in einem Topf geworfen. Neben den Waldvögelnbewertet Manfred Gamperl auch Farb- und Positurkanaris sowie Mischlinge. Nachdem der Preisrichter seine -stundenlange - Arbeit beendet hatte,standen die Sieger fest, und ihr Käfig wurde mit einer auffälligen, großenRosette gekennzeichnet. Hier die Besten im einzel­nen: Waldvögel/Viererkol­lektion: Klaus Windorfer (Birkenhänflinge, 361Punk­te); Zweierkollektion: Jo­hann Kurz (Stieglitz, 182); Einzelvögel:Rainer Knödlseder (Polar-Birken­hänfling, 93 -"Bester Vogel der Schau"). Farbkanari/Viererkollektion: Dietmar Nanneder (achat-rot inten­siv, 355);Zweierkollektion: Johann Meisl (achat-rot schimmel, 175); Einzelvo­gel:Fritz Eder (rot intensiv,89). Positurkanaris/Vierer­kollektion: Josef Kagerbauer (Norwich, 364,Vereinsmei­ster); Zweierkollektion: Walter Lenz (Deutsche Hau­be, 173);Einzelvogel: Josef Kagerbauer (Deutsche Hau­be, 88). Der zweite Preisrichter, Josef Mauderer aus Freising, nahm dieWellensittiche unter die Lupe und ermittelte dabei folgende Sieger:Hermann Niedermeier und Klaus Eiter mit dem besten Altvogel bzw. dembesten Gegengeschlecht sowie Franz und Hermann Niedermeier mit je einemJungvogel. Als die beiden Preisrichter ihre Arbeit beendet hatten, wurde dieAusstellung im Mehrzweckraum des Bürgerhauses auch für interessierteBesucher geöffnet. Und die kamen in großer Anzahl, unter ihnen vieleKinder, die besonders über die munteren, prächtig gefiederten Exotenstaunten. Denn zum Rahmenprogramm der Vogelausstellung gehört seit jeherauch die Präsentation von farbenschillernden Papageimadinen,Goldbrüstchen, Vielfarbensittichen, Weißhaubenkakadus und Bischofstangaren.In einer weiteren Voliere tummelten sich einheimische Singvögel, soGimpeln, Girlitze, Erlenzeisige und Fichtenkreuzschnäbel. Buntspecht,Kernbeißer und Eichelhäher waren als präparierte Exemplare zu sehen.






Mit kritischem, sachverständigen Blick taxiertPreisrichter Manfred Gamperl die Erlenzeisige, die ihm Klaus Windorfer(links) und Rainer Knödlseder zur Begutachtungauf den Tisch stellen.(Foto: Duschl)

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